Im Rahmen der vom Zweckverband SPNV Münsterland und ArGe Westfalendampf iniitierten Aktion "Plandampf und -diesel" im Münsterland" wurde die Schienenbusgarnitur zusammen im Wechsel mit den Dampflokomotiven 38 , 41 360 und 78 468 sowie zwei Loks der Baureihe V 100 auf den Strecken Münster - Coesfeld und Münster - Gronau - Enschede im planmäßigen Verkehr eingesetzt, d.h. sie ersetzte die sonst eingesetzten Dieseltriebwagen der Bauart TALENT (Baureihe 644). Dabei kam die Garnitur sogar mit dem Zielbahnhof Enschede bis in die Niederlande!
Wieder ein Einsatz für die DGEG - und dieses Mal besonders schön, denn es ging auf alte Stammstrecken unserer Schienenbusse in Südwestfalen. Von Hagen führte die Reise zunächst über die Ruhr-Sieg-Strecke nach Finnentrop und von dort auf die Biggetalbahn nach Attendorn, wo auch der bekannte Ahauser Stausee durchfahren wurde. Anschließend ging es weiter nach Kreuztal, wo die Fahrtrichtung gewechselt wurde, um über die Rothaarbahn nach Erndtebrück und weiter nach Bad Laasphe zu fahren. Auch hier gab es einige Fotohalte.
Als weiteres "Highlight" stand die Befahrung des rd. 3 km langen Reststücks der ehem. Strecke Wallau - Dillenburg auf dem Programm, bevor es zurück nach Kreuztal und Hagen ging. Erinnerungen an frühere Sonderfahrten der Eisenbahnfreunde Hönnetal e.V. in der Region wurden wach, aber es gab auch Erstaunen über den guten Ausbauzustand des früheren Stilllegungskandidaten Erndtebrück - Bad Laasphe.
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Ahauser Stausee |
Auch heute noch Nebenbahnromantik in Vormwald |
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Hochbetrieb in Erndtebrück |
"Ortsdurchfahrt" in Bermershausen |
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Schienenbussse haben seit 1986 hier nicht mehr (planmäßig) gehalten - Breidenbach an der ehem. Strecke Wallau - Dillenburg. |
Mitten im Wald - ehem. Hp. Amtshausen |
Als Charterfahrt für die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG) verkehrte am 09. April die vierteilige Schienenbusgarnitur des Förderverein Schienenbus e.V. Menden (FSB) von Dortmund nach Warstein. Ab Lippstadt wurde die landschaftlich reizvolle und anspruchsvolle Strecke der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) befahren. Ab Belecke wurde noch ein Abstecher auf die früher von Soest bis Brilon Stadt führende Möhnetalbahn gemacht, die heute noch bis Rüthen führt. Höhepunkt der Fahrt - in wahrsten Sinne des Wortes - war die Befahrung der Anschlussbahn von Warstein zur Warsteiner Brauerei. Die Brauerei hatte dem FSB als zweitem Anbieter überhaupt freundlicherweise die Einfahrt in ihren erst 2009 eröffneten Verladebahnhof erlaubt - wenn auch aus Gründen der Sicherheit ohne Ausstieg (Foto wurde vom Betriebspersonal gemacht). Die Sensation hier war vor allem, dass der Schienenbus mit eigener Kraft die steile Strecke (bis zu 33 Promille) befahren hat.
Die Teilnehmer des ausverkauften Zuges konnten im Anschluss an die Bereisung der Anschlussbahn an einer Brauereiführung teilnehmen, während das Personal des Schienenbus einen kurzfristig aufgetretenen Schaden am 796 690 behob und diesen noch nach betankte.
Die Rückfahrt führte noch auf die Strecke Lippstadt - Neubeckum, bevor es von dort wieder zurück nach Dortmund ging.
Fotohalt bei Altenrüthen auf der Möhnetalbahn. (Aufn. J. Schmoll)
| Während der Wendezeit in der Brauerei | Tanken im Lokschuppen der WLE in Warstein. |
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Zunächst erstattete Dr. Schröder den
Rechenschaftsbericht. Er bezeichnete rückblickend das Jahr 2010 für den FSB
als ein sehr erfolgreiches Jahr. Mit dem historischen Schienenbus wurden 23 sehr
schöne Fahrten absolviert. Gut die Hälfte der Sonderfahrten waren
Eigenfahrten. Für die anderen Fahrten war der Schienenbus gechartert worden,
u.a. von der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG), aber auch
von Privatleuten z.B. für Geburtstagsfeiern. Mit der Anzahl der Fahrten sei die
Belastungsgrenze für die engagierten Vereinsmitglieder und auch für die alte
Fahrzeugtechnik erreicht. Jede Fahrt bedeute einige Tage Vor- und Nacharbeit u.a.
um den Nostalgie-Expreß aufzurüsten, zu warten und zu säubern. Mit Markus
Trienke konnte erfreulicherweise ein neuer, ehrenamtlicher Mechaniker gefunden
werden, der Uwe Richter und Sascha Dehn tatkräftig unterstützt.
Dr. Schröder nannte den
Schienenbus einen sehr wichtigen Sympathieträger, insbesondere auch für den
Schwesterverein Eisenbahnfreunde Hönnetal e.V.. Insgesamt bezeichnete der
Vorsitzende das Jahr 2010 als ein gelungenes Vereinsjahr ohne größere
Probleme.
„Finanziell sind wir gesund, obwohl
das Projekt Schienenbus enorme Kosten verursacht“, so Dr. Schröder.
Erfreulich sei, dass letztes Jahr wieder zahlreiche Spenden dem gemeinnützigen
Verein zugeflossen sind. Die beiden Kassenprüfer Barbara Hampe und Volker
Nietzold bescheinigten eine korrekte Kassenführung. Ihrem Abtrag auf Entlastung
des Vorstandes folgten die Mitglieder einstimmig.
Johannes Schmoll informierte
über die geplanten Fahrten des „Roten Brummers“ in diesem Jahr. So soll es
neben Charterfahrten auch wieder Eigenfahrten vom Hönnetal aus geben.
Der Vorsitzende Dr. Schröder
wies darauf hin, daß im September 2012 eine Hauptuntersuchung für die vier
Fahrzeuge anstehe. Trotz der guten Kassenlage sei es fraglich, ob der Verein die
immensen Kosten dieser Untersuchung stemmen könne. Zudem gebe es bei den recht
wenigen Aktiven des Vereins mehr oder weniger Ermüdungserscheinungen. Seine
Ausführungen gipfelten in der Frage an die Mitglieder „ Machen wir 2012
weiter?“
Darüber wurde in der
Versammlung (noch) nicht entschieden. Sicherlich wird dieses Thema im FSB weiter
aktuell bleiben. Dr. Dietmar Schröder sagte dazu: „Der Förderverein
Schienenbus betreibt mit seinen historischen Schienenbussen eine nicht zu
unterschätzende Imagewerbung für die Hönnetalbahn und darüber hinaus für
die gesamte Region Hönnetal.“ Wer Interesse hat, den Verein tatkräftig oder
finanziell zu unterstützen, der kann sich unter Telefon 02373/64244 melden.
Vielleicht bleibt der vierteilige historische Schienenbus dann dem Hönnetal
auch über 2012 hinaus erhalten?
+Rückblick 2010: Mehr gefahren als geplant
Ein ereignisreiches Jahr haben die
Mitgliede des Förderverein Schienenbus e.V. hinter sich - und in vielen Dingen
ganz anders als geplant. Zunächst wollte man es eigentlich ruhiger angehen - es
wurden doch noch 25 Fahrten. Aber noch etwas lief anders: Hatte man zu Beginn 2010 noch mit regem und
selbstveranstalteten Fahrten ins Hönnetal gerechnet, die in den Jahren zuvor
stets gut verliefen, erwiesen sich genau diese
Fahrten als kompletter Fehlschlag.
Ein
Grund war zweifellos die Ignoranz der Dortmunder Presse, die diese (und nicht
nur diese) Fahrten komplett verschwiegen. Und nur aus dem Kundenstamm ließen
sich die Fahrten nicht füllen.
Andererseits war der Schienenbus dann aber doch im heimischen Raum aktiv. Die kurzfristige und befristete Reaktivierung der Strecke Menden - Hemer bescherte nochmals 9 Fahrten auf der nunmehr wieder eingestellten Bahnlinie. Die Landesgartenschau war u.a. das Ziel. Man kann sagen, dass der Schienenbus diese Reaktivierung überhaupt zu einem Erfolg gemacht hat, da die eigentlich erwarteten Sonderzüge anderer Veranstalter weitgehend ausgeblieben sind.
Das Foto rechts entstand bei der Edelburg zwischen Menden und Hemer am 14.08.2010.
Höhepunkt des Jahres war zweifellos
die Mehrtagesfahrt nach Ostfriesland vom 13. bis 16. Mai, die eine von mehreren
Fahrten für die DGEG gewesen war. Bis Norddeich-Mole gelangte der Schienenbus,
der bei der Museumseisenbahn Küstenbahn Ostfriesland (MKO) zu Gast sein durfte. Auf dem
Hin- und Rückweg wurde verschiedenen Bahnlinien und Museumsbahnen ein Besuch
abgestattet.
Das Foto links entstand in Westerende auf der MKO-Strecke nach Dornum.
Aber auch in die Grafschaft Bentheim und natürlich ins Ruhrgebiet führten interessante Fahrten, davon eine Eigenfahrt zur Zeche Zollverein.
Ins Hönnetal gelangte der Schienenbus am 12.09.2010 im Rahmen des "Tages des offenen Denkmals". Die Fahrten wurden maßgeblich durch den Zweckverband Ruhr-Lippe unterstützt, wofür wir nochmals danken.
Den Jahresabschluss bildet eine Fahrt von Neuenrade in die alte Heimat der Schienenbusse Siegen.
2011 sind weitere interessante Fahrten geplant. Dazu demnächst mehr!